Über mich

Jörg Saur

Ich lehre nicht, was ich studiert habe. Ich lehre, was ich überlebt und verwandelt habe.

— Meine Geschichte

Der Anfang

„Ich bin nicht willkommen."

Das war einer der ersten Sätze, den mein Körper gelernt hat. Nicht aus einem Buch. Nicht aus einer Theorie. Sondern aus dem Mund meiner Mutter, als ich klein war und noch nicht wusste, dass Sätze sich eingraben können wie Narben.

Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass das nicht die Wahrheit über mich war. Nur die Wahrheit über den Schmerz, den sie trug.

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Ich war ein seltsames Kind. Meditierte mit acht. Las, während andere spielten. Lebte mehr in Fantasiewelten als in der echten. Ein Psychologe wollte mir autogenes Training beibringen — ich konnte es schon besser als er. Das hat mich damals nicht stolz gemacht. Es hat mich einsamer gemacht.

Ich muss leisten, um etwas wert zu sein…

Dieser Satz hat mich durch Jahrzehnte getragen. Durch eine frühe Vaterschaft, auf die ich nicht vorbereitet war. Durch eine Selbstständigkeitspleite und Privatinsolvenz. Durch das Zerbrechen von dem, was ich Familie nannte. Und 2012 durch den Tod meines jüngsten Sohnes.

Ich habe mich danach noch weiter in mich zurückgezogen. Und ich habe mich immer wieder aufgerichtet. Nicht weil ich stark war — sondern weil ich nicht aufgehört habe.

2017

Die Wende

Zum ersten Mal angekommen

Ich war jemand, der nie in der Sauna war. Der keine nackten Menschen sehen wollte — und sich selbst schon gar nicht. Yoga-Menschen waren für mich Freaks. Körperarbeit war etwas für andere.

Und dann lag ich auf einem Tisch, und jemand berührte mich. Wirklich berührte mich.

In zweieinhalb Stunden habe ich mehr Zärtlichkeit und Intimität erfahren als in meinem ganzen Leben davor zusammen.

Ich weine nicht leicht. Aber an dem Tag habe ich geweint. Nicht aus Traurigkeit.

So fühlt sich ankommen an.

Danach habe ich alles in Frage gestellt. Meine Arbeit in der Bank. Meinen Weg. Was ich eigentlich vom Leben will.

2020

Der Weg

Irgendwo in all dem: ich selbst

2020 begann ich meine eigene Tantramassage-Ausbildung. 2021 das Zertifikat. Danach das Sexological Bodywork-Diplom in Zürich. Playfighting. Tango. Ecstatic Dance. ISTA — die International School of Temple Arts. Schattenarbeit. Archetypen. Schamanismus.

Und irgendwo in all dem: ich selbst.

2023 fing ich an, Workshops zu geben. Ich hatte mein ganzes Leben Angst, vor Gruppen zu stehen. Selbst vor kleinen Mitarbeitermeetings zitterte ich.

Im Unterrichten habe ich etwas gefunden, das ich nicht erwartet hatte: Selbstvergebung. Ich konnte weitergeben, was meine Leidenschaft war. Und Menschen sahen es — nicht als Konzept, sondern als Erfahrung.

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Ich bin unter dem Begriff des wounded healer heimisch geworden. Ich gebe das weiter, was ich selbst erfahren habe. Ich bin unglaublich schlecht darin, theoretisches Wissen zu vermitteln. Meine Leidenschaft lebt in meinem Herzen — und was ich lehre, hat dort seinen Ursprung.

Ich versuche es in einer Sprache, die Menschen verstehen. Sehr bildhaft. Außerhalb der Esoterik-Bubble. Alles, was ich weitergebe — über Körperarbeit, Berührung, innere Anteile, Spiritualität — übersetze ich in alltagstaugliche Bilder, damit es einen echten Realitätsbezug hat und sich in ein reales Leben integrieren lässt.

2024

Heute

Den inneren Käfig geöffnet

Mit ISTA machte meine innere Freiheit einen deutlichen Satz nach vorne. Ich habe einen Käfig geöffnet, in dem ich mich selbst eingeschlossen hatte — obwohl ich dachte, ich bin schon sehr weit auf meinem Weg. Das bin ich vielleicht auch. Und vielleicht bin ich zu selbstkritisch, um das klar zu sehen.

Den ISTA-Weg gehe ich weiter. Das ist meine Geschichte — und sie ist noch nicht fertig.

Ich bin niemand, der missioniert. Mein Weg ist, Menschen zu inspirieren — ihre eigene Spiritualität zu finden, wie auch immer die aussieht.

Was auch immer dein Glaubenssystem ist: es ist nicht meine Aufgabe, dort einzugreifen. Ich lehre einen Weg der Tantramassage — nicht den Weg. Meine Teilnehmerinnen und Teilnehmer nehmen mit, was ihnen taugt, und lassen den Rest. Ich ermutige auch ausdrücklich dazu, andere Anbieter, Seminare, Workshops und Festivals auszuprobieren. Breite entsteht durch Vielfalt.

Seit 2024 gebe ich diese Ausbildung in eigener Form weiter — frei vom Verbandsrahmen, nach meinen Prinzipien, in meiner Sprache.

Bleib in Verbindung

Sarah